Im Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht

Am Freitag letzter Woche jährte sich die Reichspogromnacht zum achtzigsten Mal. Zum Gedenken an diesen Tag, an dem tausende Juden ermordet wurden, ihre Geschäfte und Synagogen von den Nationalsozialisten und zerstört wurden.

 

Es fanden sich etwa 100 Menschen am 09.11.2018 gegen 16 Uhr an der Kapelle am Friedhof in Gardelegen ein, um den Opfern dieses Tages zu gedenken.


Der „Neuapostolischen Chor“ eröffnete die Gedenkfeier mit einem Lied. Anschließend zündete Herr Reuschel für die offizielle Eröffnung die Kerzen der Minorah an, die von J. Behrens gespendet wurden, dessen Angehörige auch Opfer des Nationalsozialismus wurden. (Für seine Familie und allen anderen Opfern wurden 41 „Stolpersteine“ verlegt.)

 

Im Weiteren las Herr Goetzki (ein evangelischer Pfarrer) nun einen Auszug aus der Bibel vor und im Anschluss wurden die Namen jüdischer Familien aufgezählt, die in Gardelegen während des 2.Weltkrieges lebten.


Als Beispiel hierfür ein paar Namen: Behrens, Kohn, Hesse, Holz, etc.


Danach lasen die Schüler der AG „Stolpersteine“ literarische Werke vor. Besonders hervorgehoben wurde jedoch das Gedicht „Chor der Geretteten“. Nach einem kurzen Gebet begaben sich die Anwesenden zu einem Schweigemarsch an die jüdischen Gräber. In Erinnerung an das Leid und die Millionen Toten wurden Kerzen aufgestellt. Sehr ergriffen, ruhig und bestürzt gingen die Anwesenden nach Hause. Auch wir als Schüler empfanden diese Veranstaltung als sehr würdevoll.

 

 

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Nils Hohmann, Klasse 9a

Bürgerpreis für die AG Stolpersteine

Unsere AG "Stolpersteine" wurde für den diesjährigen Bürgerpreis des Altmarkkreis Salzwedel nominiert. Dieser Preis wurde vom Altmarkkreis, der Volksstimme und der Sparkasse Altmark West gemeinsam ins Leben gerufen. Der Bürgerpreis dient der Würdigung der ehrenamtlichen Tätigkeit und des Engagements in der Region. In der Kategorie U 21 (unter 21) fielen die meisten Stimmen, die abgegeben wurden (per Zeitung oder Online) auf die AG. Vorige Woche Freitag wurde der Preis in einem feierlichen Festakt beim Bürgerfest in Diesdorf verliehen. Die Sieger bekamen neben Urkunden und Blumen auch eine Ehrenamtskarte. Sie berechtigt zum freien Eintritt in alle Museen und zu den Veranstaltungen der altmärkischen Musikfestspiele in diesem Jahr.

 

Zu den derzeitigen Mitgliedern unserer AG gehören:

Marie Herbst

Lena Hosang

  8a  
Isabel Ehrenteich   8b  

Jeremy Köhler

Nils Hohmann

  9b  
David Wolfowski   9d  

Hanna Beckmann

Melissa Blank

Louise Erxleben

Jette Mertens

Hannah Weber

Jennifer Zoschke

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Jolina Schlaß   10c  

Tabea Anders

Mareike Lenz

Annika Leue

Elisabeth Schönegge

Minh-Chan Trang

  Diese Schüler der ehemaligen 12. Klassen

  haben die AG nach Abschuss ihrer

  Schulzeit verlassen.

 

 

Stolperstein-Verlegung am 12.06.2018

Acht weitere Stolpersteine gibt es ab sofort, dank der AG-Stolpersteine, in Gardelegen zu sehen. Diese wurden mithilfe des Künstlers Gunter Demnig eingesetzt. An der Sandstraße und an der Ecke Bahnhofstraße/Hopfenstraße liegen nun weitere Steine für die Familien Hesse, Rieß und Sonnenfeldt.


Viel Interesse erweckten die beiden Verlegungen am Dienstag, den 12.06., um 13.00 Uhr. Viele Gäste nahmen an den Zeremonien teil. Die Schüler der AG-Stolpersteine hatten alles gut vorbereitet und leiteten durch das Programm. Auch die Bürgermeisterin Frau Zepig, Abgeordnete des Landes und des Bundes, Vertreter der jüdischen Gemeinde, sowie Unterstützer und Förderer der AG, waren anzutreffen. Doch die wichtigsten Gäste kamen von weit her, nämlich aus den USA und Großbritannien. Das waren die Angehörigen und Nachkommen der Familien Sonnenfeldt und Hesse.

 

Während Gunter Demnig die Stolpersteine einsetzte wurden die Gäste mit den Schicksalen der Familien vertraut gemacht. Musikalisch begleitet wurden die Zeremonien von Tabea Anders, die Gitarre spielte, und vom Chor des Gymnasiums.
Danach gab es eine Einladung zur „Stunde der Begegnung“, ins Rathaus, bei der sich die Gardelegener und ihre Gäste näher kommen konnten. Dort gab es ein kleines Buffet und es blieb musikalisch. Jeremias Rahmsdorf spielte Klavier und Josephine Ächtner Violine. Auch die Ausstellung über die Arbeit der AG-Solpersteine und ihre vorherigen Stolpersteinverlegungen fand viel Anklang.

 

 

3. Verlegung von Stolpersteinen am 18.11.2016

Pünktlich zur Verlegung der Stolpersteine fing es an zu regnen.
Erfreulich, dass dieses Mal eine recht große Anzahl Jugendlicher anwesend war, auch der Schulchor trat auf.
Karl-Heinz Reuschel hatte große Fotos von alten Aufnahmen zur Verfügung gestellt, so fühlte man sich in die Zeit von damals zurückversetzt.

Auch eine Großaufnahme von Eva Lemberg aus dem Frühjahr 2015 wurde gezeigt. Sie konnte leider nicht kommen. Zwei Schüler filmten die Verlegung der Stolpersteine, um  ihr möglichst zeitnah (allein schon wegen ihres hohen Alters) diesen Film in Brüssel vorzuführen.
Einer der emotionalen Höhepunkte dieser insgesamt wieder sehr eindrucksvollen Veranstaltung war wohl als Konstanze Blume - auf Wunsch von Frau Müller - das "Thema aus Schindler's Liste" von John Williams auf ihrer Geige spielte.
Dies war die 3. Stolpersteinverlegung. Es bleibt zu hoffen, dass es auch noch für die Familien Hesse, Riess und Cohn eine geben wird. Und an die Familie Sonnenfeldt sollten auch Stolpersteine erinnern. Noch leben von ihnen Verwandte, die dann bestimmt auch gern kommen werden.

 


Dietlind Kreutz, Vorsitzende des Schulelternrats

 

 
 

 

Zum Artikel in der Volksstimme am 19.11.2016 mit vielen weiteren Informationen  geht es hier.

Unsere Stolpersteine

 

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 Lemberg (Rudolf-Breitscheid-Straße 37, 39638 Gardelegen)  Lippstädt (Bahnhofstraße 87, 39638 Gardelegen)

Stolpersteine?

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Mit diesen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Am 24. Oktober 2013 wurden die ersten Stolpersteine in Gardelegen verlegt. Die Stolpersteine sind kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von 10 Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. Sie werden in der Regel vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster des Gehweges eingelassen. Die Herstellung der Stolpersteine erfolgt ausschließlich in Handarbeit. Hierauf legt Herr Demnig wert, da er dies als Gegensatz zur maschinellen Menschenvernichtung in den Konzentrationslagern versteht. Seit 2006 werden die Stolpersteine in seiner Werkstatt im Künstlerhof Berlin – Buch angefertigt.

 

Stolpersteine in Gardelegen
Nachdem schon in vielen anderen Städten Stolpersteine verlegt wurden, besitzt nun auch die Stadt Gardelegen seit dem 24. Oktober Stolpersteine. Mit diesen Steinen wollen wir an die jüdischen Mitbürger Gardelegens erinnern, die in den dreißiger und vierziger Jahren deportiert wurden.

 

Projekt Stolpersteine:
Seit dem 21. Februar 2013 trifft sich die Stolpersteine AG, um Informationen über die jüdischen Familien Gardelegens zu sammeln. Aufgrund von Informationen und Nachkommen der jüdischen Familien haben sich die „Stolpersteine“ auf die Familien Cohn, Lehmberg, Fränkel, Lippstädt, Marcus, Behrens und Baermann beschränkt. Dabei gab es einen regen Briefwechsel mit ehemaligen jüdischen Bürgern Gardelegens wie Eva Margot geb. Lemberg.

 

Eine große Hilfe dabei ist die Dokumentation von Gisela Bunge „Schicksale jüdischer Familien aus Gardelegen“. Auch ein Gang ins Gardelegener Archiv und eine Besichtigung der Häuser dieser jüdischen Familien gaben uns einen Einblick in das Schicksal der Familien. Besonders wertvoll waren für uns die Gespräche mit interessanten Menschen unserer Stadt. Sie besuchten uns in den AG Stunden. Herr Reuschel, Frau Wally Schulz, Herr Kaiser, Frau Prießmeier und Frau Österreich.




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